Für Brochterbecks
Gemeinschaft aktiv werden
Der Heimatverein Brochterbeck wurde 1952 im Hotel Westfalia in Brochterbeck gegründet. Die Versammlung wählte Lehrer Wienhold Bertling zum 1. Vorsitzenden, Bürgermeister Heinrich Klausmeier zum stellvertretenden Vorsitzenden, Lehrer Wilhelm Suhre zum Schriftführer und Buchhalter August Tschorn zum Kassenwart. Auch der Beirat, der aus Vertretern jeder Bauernschaft bestand, wurde in dieser Versammlung gewählt. Für das Horstmersch wurde Heinrich Dirksmeier, für Holthausen Dr. Haselon, für das Niederdorf Erna Upmeyer, für das Oberdorf Goswin Freude und Otto Hantke und für Wallen-Lienen wurde Alfons Engelbert als Vertreter gewählt. Es wurde festgelegt, dass der Jahresbeitrag 5,- DM betrug und es sollte regelmäßige, vierteljährliche Versammlungen geben.
Noch heute erzählt das älteste Mitglied unseres Vereins, dass er als 17-jähriger bei der Gründungsversammlung im Hotel Westfalia ein Heimatgedicht aufsagen musste, das ihm bis heute im Gedächtnis geblieben ist.

Foto: © Archiv Heimatverein
Aber die jüngere Geschichte war noch sehr präsent und so kam es auf den Versammlungen zu starken Disputen und einige der Mitglieder zogen sich zurück. Sie ließen ihre Mitgliedschaft ruhen.
Aus dieser Zeit gibt es keine Aufzeichnungen. In dem 1974 erschienen Buch „Beiträge zur Volkskunde des Tecklenburger Landes“ wird erwähnt, dass der Verein sich seit seinem Bestehen in der Zusammenarbeit mit der Gemeinde um die Lösung kommunaler Aufgaben bemüht hat. So ging es um die Einrichtung einer Müllabfuhr (1955); Straßenbenennungen (1960); Straßenbeleuchtung; Gestaltung des Dorfmittelpunktes (Mühlenteich) sowie einen Plan für Friedhofsgestaltung (1965). In enger Zusammenarbeit mit dem Amt Tecklenburg trug der Heimatverein zur Gründung des Verkehrsvereins bei. (Quelle: „Beiträge zur Volkskunde des Tecklenburger Landes“, erschienen 1974, S. 221)
1969 erschien das Buch „Brochterbeck“ von Friedrich Ernst Hunsche. Der Heimatverein Brochterbeck und die Amtsverwaltung Tecklenburg hatten Hunsche bei den Vorbereitungen und der Veröffentlichung des Heimatbuches unterstützt.
1970 wurde Dr. Helmut Kröner zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung nahm Brochterbeck zum ersten Mal an dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil.
1975 wurde Wilhelm Suhre zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Schwerpunkt galt Flora und Fauna. Er fertigte viele hundert Nistkästen und führte für Frühaufsteher Wanderungen in der Morgendämmerung durch. Einen sehr aktiven Mitstreiter im Vorstand des Heimatvereins fand er in Theodor Wieschebrock. Er setzte den Schwerpunkt seiner Arbeit sehr erfolgreich rund um den Mühlenteich. Seinem Einsatz ist der Erhalt der Alten Mühle sowie die Renovierung des Mühlrades zu verdanken. Am 3. Juli 1976 wurde das Mühlrad unter großer Anteilnahme der Brochterbecker Bevölkerung wieder in Betrieb genommen.
1981 übernahm Werner Kerssen das Amt des 1. Vorsitzenden, Paul Brockhoff wurde sein Stellvertreter. Mit Josef Pott wurde erstmals ein Wanderwart gewählt. 1985 feierte die Volksbank in Brochterbeck ihr 100jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erschien das Buch „Brochterbeck aus der Geschichte eines Dorfes 1885 bis 1985“. Auch zur Entstehung dieses Buches hatte der Heimatverein Brochterbeck beigetragen.

V.l. unten: Wilma Upmeyer, Werner Kerssen,
Wienhold Bertling, Wilhelm Suhre
V.l. oben: Helmut Herklotz, Paul Brockhoff, Alfred Behrens, August Schröer, Karl-Heinz Grüter,
Hans Liede, Theodor Wieschebrock.
Foto: © Heimatverein
1993 tauschten Paul Bockhoff und Werner Kerssen ihre Ämter und 1995 wurde erstmals Hugo Bohle als verantwortliche Person für handwerkliche Arbeiten gewählt.
Zu Beginn der 1990er-Jahre wurde auf Betreiben des Heimatvereins die Restaurierung des Kalkbrennofens im Horstmersch auf den Weg gebracht. 1997 konnte die Renovierung des unter Denkmalschutz stehenden Kalkbrennofens abgeschlossen werden.
Nach dem plötzlichen Tod von Paul Brockhoff wurde Waltraud Pott 1998 zur 1. Vorsitzenden gewählt. Im Jahr 2000 feierte Brochterbeck sein 850jähriges Jubiläum. Ein Redaktionsteam erstellte ein „Lesebuch zum Jubiläum“, das vom Heimatverein Brochterbeck herausgegeben wurde.

V. l. Werner Kerssen, Karl Tenberg, Waltraud Pott, Franz-Josef Drees, Helmut Herklotz, Hugo Bohle,
Josef Pott, Klaus Ventker, Helmut Wessling.
Foto: © Heimatverein
2003 konnte der Heimatverein das Spritzenhaus an der Dorfstraße erwerben. Nach vielen Schwierigkeiten und zähen Verhandlungen gelang es schließlich auch, die Alte Mühle zu erwerben.
Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Tecklenburg wurden dann die Voraussetzungen geschaffen, dass die Mühle zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden konnte. Auf der Jahreshauptversammlung 2012 wurde das Projekt vorgestellt und im Oktober 2015 erfolgte dann nach Abschluss der Maßnahme die offizielle Übergabe an die Brochterbecker Bevölkerung.
2011 wurde Wilfried Grunendahl zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dies war für den Heimatverein eine schwierige Zeit. Wilfried Grunendahl hatte sich bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen, um den Fortbestand des Heimatvereins zu sichern. Das Projekt Dorfgemeinschaftshaus Alte Mühle stieß nicht nur auf Zustimmung. Vielfach wurde die Sorge geäußert, dass der Verein sich übernimmt. Zahlreiche Mitglieder und auch Vorstandsmitglieder des Heimatvereins kehrten dem Verein den Rücken zu und es gelang nicht, neue Mitglieder zu gewinnen. Angebote des Vereins fanden nur geringen Zuspruch und so dümpelte der Verein vor sich hin. 2019 konnte trotzdem durch einige aktive Mitglieder die Terrasse der Alten Mühle saniert werden.
Dann folgte 2020 Corona mit allen Auflagen und brachte das Vereinsleben nicht nur des Heimatvereins zum Erliegen. Auf der ersten Jahreshauptversammlung nach Corona am 18. November 2022 stand die Frage nach der Zukunft des Heimatvereins auf der Tagesordnung. Es gab aber keine Entscheidung und so wurde das offene Thema auf die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung 2023 geschoben. Auf der Versammlung am 16. Dezember 2023 gab einen letzten Versuch, dem Heimatverein Brochterbeck wieder Leben einzuhauchen. Vorstand und Mitglieder brachten Ideen ein und so gab es 2024 zum ersten Mal wieder Veranstaltungen, die von zahlreichen Mitgliedern und Interessierten angenommen wurden.
Auf der Jahreshauptversammlung 2024 wurde Reinhold Engbert zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Regie werden die regelmäßigen Veranstaltungen fortgeführt und es gibt ein abwechslungsreiches Jahresprogramm. Im Dezember 2025 traf sich erstmals eine „Projektgruppe“, die sich zur Aufgabe gemacht hat, kleinere Projekte rund um die Alte Mühle oder im Dorf umzusetzen. Gleichzeitig fungiert die Gruppe als Anlaufpunkt für Ideengeber und Plattform für Menschen, die aktiv mitmachen wollen.
